Die Geschichte der neuen Bühne

Die Belegschaft des Theaters 1949

21. Oktober 1946:
Eröffnung des "Stadttheater Senftenberg" als Dreispartentheater durch den Bürgermeister Wölk, die Stadträte Uhlig und Weiß sowie den 1. Intendanten Heinz Zimmermann (bis Dez. 1949) im Gebäude der ehemaligen Turnhalle der "Walther-Rathenau-Schule".
Große Hilfestellung bei dem Projekt "Theater in Senftenberg" gab die SMAD, vertreten durch den sowjetischen Kreiskommandanten Gardeoberst Iwan D. Soldatow.

1. Vorstellung:
Bunter Abend unter dem Titel "Wir stellen uns vor" (21.10.- 26.10.46)
Als 1. komplettes Stück folgte am 27.10.46 die Operette "Land des Lächelns" von Franz Lehár, als 1. Schauspielinszenierung  wurde "Prof. Mamlock" von Friedrich Wolf gespielt. (9.10.47)

1. Operninszenierung:
"La Bohéme" (Puccini) (Spielzeit 1952/53)
Kurt Natusch: Dirigent des Theaterorchesters (Musikdirektor von 1950-1988)
17. Mai 1953: Abschluss eines Patenschaftsvertrages mit dem "Deutschen Theater" Berlin

1954 wird Horst Schönemann nach seiner Schauspielertätigkeit am "Deutschen Theater Berlin" Oberspielleiter und Regisseur am "Stadttheater Senftenberg" und prägt über viele Jahre dessen Arbeit.

1958 Auszeichnung des "Stadttheaters Senftenberg" mit dem Hans-Otto-Preis der Gewerkschaft Kunst der DDR, dem ersten, der verliehen wurde.

Am Ende der 1. Senftenberger Arbeiterfestspiele am 7. Juni 1959 erhielt das "Stadttheater Senftenberg" den Namen "Theater der Bergarbeiter" Senftenberg. Nach der Spielzeit 1958/59 wechselte der Oberspielleiter Horst Schönemann an das Gorki-Theater Berlin und der Dramaturg Armin Stolper bzw. viele Schauspieler an andere Berliner Theater.

Das "Theater der Bergarbeiter" Senftenberg war das "Sprungbrett" für sehr viele erfolgreiche Künstler der Berliner, Dresdner bzw. Schweriner Theater bzw. von Film und Fernsehen der DDR, z. B. Annekathrin Bürger und Rolf Römer, Uwe-Detlef Jessen, Horst Weinheimer, Dietlind Stahl, Peter Festersen, Kaspar Eichel, Marianne Barth, Kati Szekely, Werner Tietze, Alfred Müller, Hans-Peter Reinecke, Dietmar Richter-Reinick, Hildegard Alex, Monika Lennartz, Erich Petraschk, Ulrich Thein u. v. a. Auch viele heute führende Regisseure wie Frank Castorf, Thomas Bischoff, Michael Thalheimer, Peter Schroth oder B. K. Tragelehn lernten hier ihr Handwerk und gingen ihre ersten Schritte.
Im Schauspiel wurde der gesamte Querschnitt der Weltdramatik aufgeführt: von der Antike über die Klassik von Moliere über Shakespeare bis Tschechow, Brecht aber auch die sowjetische Dramenliteratur und die DDR-Dramatik, besonders Heiner Müller, Peter Hacks, Armin Stolper, Fred Wander und Volker Braun.

Opernerfolge:
1958 "Halka" (Moniuszko)
1971 "La Traviata" (Verdi)
1971/72 "Freischütz" (C. M. v. Weber)
1986 "Die Zauberflöte" (Mozart)

Musicalerfolge:
1969 "Calamity Jane" , "My fair Lady"
1972 "Wonderful Chicago"
1994 "West Side Story"
1997 "Rocky Horror Show"

1. Sinfoniekonzert:
mit Prof. Dieter Zechlin als Solist am Piano (1963)
Viele weitere erfolgreiche Konzerte mit nationalen und internationalen Künstlern folgten.

Bis zum Ende der 70er Jahre gibt es ein eigenes Ballettensemble.

1988 - Okt. 1990
Rekonstruktion des "Theaters der Bergarbeiter".

17.10.90
Eröffnung der "NEUEN BÜHNE" Senftenberg mit  "Bye Bye Show Biz".

Seit 1993 ist die NEUE BÜHNE nur noch ein Einspartentheater (Schauspiel).  

Der langjährige Intendant Heinz Klevenow (1. Dez 1989 bis Aug 2004) hat mit der Umwandlung der NEUEN BÜHNE in ein Kinder- und Jugendtheater das Haus gerettet; dem ist leider das Musiktheater zum Opfer gefallen, d. h. seit 1993 keine eigenen Opern, Operetten, Sinfoniekonzerte und Ballettabende mehr.

Seit 1994 finden jährlich Schülertheatertreffen statt, die von der Theaterpädagogin Karla Dyck vorbereitet und sehr erfolgreich durchgeführt werden.

1995 gründeten der Landkreis Oberspreewald-Lausitz und die Stadt Senftenberg den Zweckverband "NEUE BÜHNE" Niederlausitzer Theaterstädtebund Senftenberg.

1. September 2004:
Sewan Latchinian übernimmt mit seinem Konzept und seinem Team die NEUE BÜHNE als 13. Intendant.

September 2005: Auszeichnung zum "THEATER DES JAHRES 2005/06" in der Kritikerumfrage (39 unabhängige Kritiker) des Fachmagazines „Theater heute“ neben dem Deutschen Theater Berlin, den Münchner Kammerspielen und dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg

In den Jahren 2005 und 2006 wurden Sanierungsmaßnahmen an der NEUEN BÜHNE Senftenberg im Umfang von ca. 2 Millionen Euro  zur Neuprofilierung des Hauses als multifunktionale und kulturelle Begegnungsstätte durchgeführt. Hierzu wird das Angebot bei Kunst, Kultur und Events konsequent erweitert.

Intendanten:

Heinz Zimmermann  10/1946 - 12/1949

Herbert Hartmann  01/1950 - 02/1950

Günter Lange  02/1950 - 10/1966

Hans-Joachim Martens  02/1967 - 07/1967

Ulf Reiher  08/1967 - 07/1973

Inge Lorbeer  11/1973 - 07/1975

Jürgen Fricke  01/1976 - 12/1982

Walter Schmidt  01/1983 - 08/1985

Lothar Schneider  09/1985 - 07/1986

Hans-Peter Jantzen  12/1986 - 10/1987

Gesine Carlitschek  11/1987 - 01/1990

Heinz Klevenow  12/1989 - 08/2004

Sewan Latchinian  seit 09/2004

Platzkapazität:

Bühne: 295 Plätze
Studio: 90 Plätze
Rangfoyer: 60 Plätze

Ehrenmitglieder des Theaters:

Heinz Klevenow, Günter Lange, Ursula Memmert-Gerlach, Kurt Natusch, Erich Petraschk, Jutta Pschichholz, Horst Schönemann, Armin Stolper

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