Heinrich von Kleist

DER ZERBROCHNE KRUG

PREMIERE: 19.11.2004

Regie - Peter Schroth
Ausstattung - Helga Leue
Dramaturgie - Gisela Kahl
Choreographie und Stagemanagement - Ingo Zeising
Stagemanagement - Heidrun Gork
Heinz Klevenow, Wolfgang Schmitz, Till Demuth Heinz Klevenow, Bernd Färber

Es spielen:

Walter, Gerichtsrat - Roland Kurzweg
Adam, Dorfrichter - Heinz Klevenow
Licht, Schreiber - Bernd Färber
Frau Marthe Rull - Sybille Böversen
Eve, ihre Tochter - Maria Prüstel
Veit Tümpel, ein Bauer - Wolfgang Schmitz
Ruprecht, sein Sohn - Till Demuth
Frau Brigitte und Magd - Heidrun Gork
Magd - Ramona Bransch
Ein Bedienter - Ingo Zeising

Er trägt das Zeichen der Schuld deutlich sichtbar auf der Glatze, der Dorfrichter Adam. Mit allen juristischen Tricks und Fallstricken versucht er, Richter und Täter in einer Person, seine Ankläger einzuschüchtern und den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.  Was in der kleistschen Dorfrichterstube so grotesk verhandelt wird, findet seine Entsprechungen im Hier und Heute.
Kleist seziert ein "ewig deutsches" Thema mit feinster ironischer Feder: Machtmissbrauch nach unten und Buckeln nach oben. Kurz: der deutsche Untertanengeist. Das Klammern an den Posten und die damit verbundene Macht treibt, wie wir tagtäglich erfahren, obskure Blüten menschlicher Verwandlungskünste. Aber auch heute entlarvt die Sprache die wortgewaltigen Betrüger, wenn man genau hinhört.
Eine Komödie, bei der dem Betrachter manchmal das Lachen im Hals stecken bleibt.

KRITIKEN (Auszüge):

"Die Aufführung bietet Schauspielerei pur. Dem Ensemble und Regisseur Peter Schroth gelingt das Einfache, was auf dem Theater immer so schwer zu machen ist: enorme Komik mit tieferem Sinn. Jubel, Trubel, Theaterglück. Schon wieder, in Senftenberg. Wer sich diesen "Zerbrochnen Krug" entgehen lässt, dem ist wahrlich in der Lausitz nicht mehr zu helfen."
Lausitzer Rundschau, 22.11.2004

 

"Als ein Feuerwerk der Pointen und Einfälle hat Peter Schroth den Einakter um das zertrümmerte Gefäß und den dreisten Dorfrichter Adam, der sein Amt missbraucht, weil er der Jungfer Eve an die Wäsche will, in Szene gesetzt. Und da Heinrich von Kleist nach der Arbeit an der Komödie auch "Über das Marionettentheater" nachgedacht hatte, inszenierte der Regisseur ein Puppenspiel mit Schauspielern, ein Kasperletheater ohne Kasper. Derb komisch, mitunter etwas hölzern - doch es funktionierte. Die Akteure tragen unterhalb der Hüften etwas kurz geratene Beine aus Stoff. Diese Extremitäten lassen sie über die Bühnenbauten rutschen, tanzen, hüpfen. Manchmal schlenkern sie nur damit herum, nehmen sie in die Hand oder werfen sie über die eigenen Schultern....Stefan Bergel macht diesen unsympathischen Knochen (Dorfrichter Adam) zum absoluten Publikumsliebling."
Märkische Allgemeine, 22.11.2004

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