Heinrich Heine

DEUTSCHLAND. EIN WINTERMÄRCHEN

16.09.2005

Regie und Sprecher - Sewan Latchinian
Ausstattung - Tobias Wartenberg
Dramaturgie - Jürgen Eick
Stagemanagement - Heidrun Gork
Musik - Wallahalla

 

"Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin in um den Schlaf gebracht!"

Kurz nachdem Heinrich Heine (1797-1856) in seinem Pariser Exil diese Gedanken niederschrieb, machte er sich zu einer geheimen Deutschlandreise auf und brachte in seinem Kopf die wahrscheinlich berühmtesten Verse über unser Land - "Deutschland. Ein Wintermärchen" - mit zurück.
Heinrich Heine's Deutschlandblick aus seinem französischen Exil zeichnet ein humoristisches und scharfzüngiges Deutschlandbild, wie es zuvor kein vergleichbares gab. In seinem "Wintermärchen" holt Heinrich Heine zu einer poetischen Generalabrechung mit den Zensoren und preußischen Machthabern aus, die ihn in sein Pariser Exil schickten.

"Im traurigen Monat November war's,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber."

Der Erzähler dieses Gedichtes macht von Paris aus eine Reise durch die deutschen Provinzen über Köln, Hagen, Hannover nach Hamburg.
Die einzelnen Etappen geben dem Erzähler Anlass, die deutsche Gegenwart mit Figuren und Symbolen der Vergangenheit zu konfrontieren und dadurch sowohl den Ursprung der vorrevolutionären Situation in Deutschland, als auch die nationalistischen Tendenzen aufzuzeigen.

Die hohe Kunst seiner Verse ist bis heute ein Juwel deutscher Dichtung, gilt zurecht als ein "Klassiker" der deutschen Lyrik und hat nichts an seiner Aktualität eingebüsst. Seine scharfen Analysen und Beschreibungen politischer Zustände zeigen erstaunliche Parallelen zur heutigen Zeit auf. Als ob sich nach zwei deutschen Revolutionen und Weltkriegen nichts geändert hat.
Musikalisch wird "Deutschland. Ein Wintermärchen" von den schon in Senftenberg bekannten Musikern der Gruppe "Wallahalla" kommentiert.


Dauer: 60 Minuten

Kritiken (Auszüge):

Sewan Latchinian kam aus der Schwärze von Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" in die aktuellen Verhältnisse. Auf den Stelzen der Verse besuchte er Deutschland als Mann in Schwarz mit Stock und Zylinder.
Dunkel der Raum, die vier Ecken mit Musikern besetzt, (Geige, Gitarre, Baß, Schlagzeug plus Hörner, Geräusch und Gesang - die Band "Wallahalla"). Solch ein "Deutschlandlied", wie es zu Beginn in Moll kam, ist wohl noch nicht intoniert worden. Es war eine Lust, dem auf Matratzen jonglierenden, spöttig wie listig und traurig, melancholisch, bissig, verschlagen agierenden Manne zu lauschen. Eine Meisterleistung. (Junge Welt, 21.09.2005)

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