Peter Ensikat nach den Brüdern Grimm

DORNRÖSCHEN

PREMIERE: 03.11.2011

Regie - Johannes Zametzer
Ausstattung - Maria Frenzel
Musik - Sebastian Undisz
Dramaturgie - Gisela Kahl
Stagemanagement - Mirko Warnatz
Stagemanagement - Ramona Bransch
Eva Kammigan Hanka Mark, Alexander Wulke, Lutz Schneider Wolfgang Schmitz, Hanka Mark, Alexander Wulke, Lutz Schneider
Maria Prüstel, Wolfgang Schmitz Eva Kammigan, Maria Prüstel Eva Kammigan, Hanka Mark
Hanka Mark, Benjamin Schaup Hanka Mark, Benjamin Schaup, Eva Kammigan Benjamin Schaup, Maria Prüstel, Alexander Wulke, Wolfgang Schmitz

Es spielen:

Dornröschen - Maria Prüstel
Der König, Wache 3 - Mirko Warnatz
Der König, Wache 3 - Wolfgang Schmitz
Der Koch, Wache 2 - Alexander Wulke
Der Küchenjunge - Hanka Mark
Der Turmwächter - Lutz Schneider
Die Fee - Eva Kammigan
Der Prinz, Wache 1 - Benjamin Schaup
Gans, Wache, Rabe, Skelett - Ramona Bransch

Dreizehn Feen sind damals im Land gewesen, als der König die Geburt seiner Tochter feiern wollte. Er hatte aber nur zwölf goldene Teller und konnte also die dreizehnte nicht einladen. Die Feen beschenkten Dornröschen, so wurde das Kind genannt, mit allen guten Gaben: Schönheit, Klugheit, Tugend, Reichtum... Wie nun das Fest zu Ende ging, da kam die dreizehnte Fee und prophezeite der Königstochter, sie werde sich an ihrem fünfzehnten Geburtstag an einer Spindel stechen und in ewigen Schlaf fallen. Der König verhängte sofort absolutes Stillschweigen über diesen Fluch und ließ alle Spindeln vernichten.
Und nun ist er endlich da, der fünfzehnte Geburtstag. Dornröschen ist so aufgeregt und läuft voller Freude durch das Schloss und den Park, bis sie einen geheimnisvollen Turm entdeckt, in dem eine alte Frau eine goldene Spindel dreht...

KRITIKEN

In der Regie von Johannes Zametzer wird das allbekannte Märchen mit viel Poesie, Witz und Musik erzählt. Obendrein können sich die Kinder dabei auch herrlich gruseln. Wobei vor allem die 13. Fee (Eva Kammigan) mit erheblicher Überzeugungskraft echte Schauereffekte zu erzeugen vermag. Aber jede Rolle versprüht hier ihren eigenen Charme. Die drei Wachen, die eingangs erzählen, was bis zum 15. Geburtstag der Prinzessin geschah, sorgen für einen geglückten Einstand, wobei sogar die Lanze als Luftgitarre herhalten muss. Mirko Warnatz, der wegen einer Erkrankung von Wolfgang Schmitz kurzfristig in den Königsmantel geschlüpft ist, was auf der Bühne nicht zu spüren ist, kriegt zum Dank das Schlosstor an die Nase. Das sorgt für fröhliches Gekicher im Zuschauersaal. Immerhin gibt er sich ja arg vornehm, unterdrückt (vergeblich) seine Naschsucht, doziert: „Ein König muss sich beherrschen.“ Wobei er, wenn er aufgeregt ist, schon mal ins Stottern gerät und dann entfernt an einen Gockel erinnert. Auch der Koch (Alexander Wulke) und sein Küchenjunge (Hanka Mark), der aus Angst vor der berühmten Ohrfeige zeitweilig Knecht sein muss bei der bösen Fee, sorgen für Stimmung. Denn sie haben miteinander so manches Hühnchen zu rupfen, wobei der Turmwächter (Lutz Schneider) kräftig mithält, sodass ein Teller mitten in seinem Gesicht notlandet.

Als Dornröschen tritt Maria Prüstel mit blonden Löckchen und buntem Tüllkleidchen auf, mit flotten Stulpen über den Spitzenschuhen. Gerade hat auch sie eine Erkrankung überstanden, etwas angeschlagen wirkt noch ihre Stimme. Auf Spitze aber ist sie Spitze. „Vornehmheit ist langweilig!“, behauptet die Prinzessin und folgt lieber ihrer Neugier, die sie ja bekanntlich in den verbotenen Turm führt. Dort trifft sie auf die böse Fee, die noch immer nicht verwunden hat, dass sie zur Geburt der Prinzessin nicht eingeladen wurde. So drückt sie ihr die verhängnisvolle Spindel in die Hand. Dornröschen fällt in einen tiefen Schlaf, und der ganze Hofstaat schläft mit.

Währenddessen galoppiert der Prinz (Benjamin Schaup) mit einem überaus charmanten Bühnengaul als Retter in der Not heran. Wobei er sich sehr verwegen gibt, in Wahrheit aber ein wenig geckenhaft und tollpatschig ist und so beinahe der Hexe auf den Leim geht. Wären da nicht die Kinder aus dem Zuschauersaal, die ihn mit einem lauten „Nein“ vor dem (höchstwahrscheinlich) vergifteten Wein warnen. Das bewahrt ihn nicht davor, wenig später sein Schwert einzubüßen, als er allzu übermütig der Dornenhecke zu Leibe rücken will. Aber er lernt daraus: „Wer kein Schwert hat, dem bleibt nur der Kopf“, sagt er zu dem Küchenjungen, der gleich weniger vor der Hexe zittert, zumal er ihre Zaubersprüche inzwischen ganz gut im Kopf hat.
Maria Frenzel hat mit ihrem Team für eine zauberhafte Ausstattung gesorgt, Sebastian Undisz für eine märchenhafte Musik. Das düstere Licht, das zuweilen gespenstisch anmutet, muss am Ende der Sonne weichen. Viele liebevolle und fantasievoll gestaltete Details machen Staunen. Da fallen nicht nur die Dornenhecke vom Himmel, sondern auch feinster Goldstaub. Der Ofen in der Hexenküche verbreitet einen schaurigen Geruch, und König und Koch tragen nach fast hundertjährigem Schlaf einen langen Bart. Ja, selbst Dornröschens Haare sind im Schlaf gewachsen. Auch die Kinder im Saal wachsen über sich hinaus, wollen gar nicht mehr aufhören mit Klatschen.
Eine märchenhafte Ensembleleistung. Da kann Weihnachten nun langsam kommen.
Lausitzer Rundschau, 04.11.11

Hier ist Ihre Meinung gefragt!

Meine E-Mail Adresse*:
Mein Name*:
Überschrift:
Meine Meinung*:
* Pflichtfelder! E-Mail Adresse wird im Kommentar nicht angezeigt!
CAPTCHA Image Reload Image
Code eingeben:
Kommentar schreiben
erstellt von ancedis mit amilia CMS