Benatzky, Müller, Charell, Gilbert

IM WEISSEN RÖSSL

Singspiel in drei Akten

PREMIERE: 29.05.2010

Regie - Johannes Zametzer
Musikalische Leitung - Rainer Böhm
Bühne - Tobias Wartenberg
Kostüme - Maria Frenzel
Dramaturgie - Gisela Kahl
Choreographie - Ingo Zeising
Stagemanagement - Heidrun Gork
Stagemanagement - Ramona Bransch
Friedrich Rößiger, Catharina Struwe Mirko Warnatz, Catharina Struwe, Ingo Zeising, Inga Wolff, Friedrich Rößiger, Sybille Böversen Mirko Warnatz, Friedrich Rößiger, Wolfgang Schmitz, Inga Wolff
Hanka Mark, Till Demuth Till Demuth, Inga Wolff, Roland Kurzweg, Catharina Struwe Ingo Zeising, Mirko Warnatz, Till Demuth, Roland Kurzweg, Catharina Struwe, Lutz Schneider

Es spielen:

Josepha Vogelhuber, Wirtin zum "Weißen Rössl" - Catharina Struwe
Leopold Brandmeyer, Zahlkellner - Friedrich Rößiger
Wilhelm Giesecke, Trikotagenfabrikant und Reisesklaven - Wolfgang Schmitz
Ottilie, Willhelms Tochter und Reisesklaven - Hanka Mark
Dr. Otto Siedler, Rechtsanwalt und Reisesklaven - Till Demuth
Sigismund Sülzheimer, Gärtner - Mirko Warnatz
Professor Dr. Hinzelmann und Reisesklaven - Roland Kurzweg
Klärchen, Hinzelmanns Tochter und Stubenmadel und Reisesklaven - Inga Wolff
Der Kaiser Franz Joseph II. und Reisesklaven - Lutz Schneider
Der Piccolo - Ingo Zeising
Kathi Weghalter, Briefträgerin und Präsidentin des Jungfrauenvereins - Sybille Böversen
Musikalische Leitung - Rainer Böhm
Piano - Christine Reumschüssel
Piano - Katharina Thomas
Violine - Matthias Erbe
Flöte / Klarinette / Saxophon - Christian Patzer
Kontrabass - Oliver Klemp
Schlagzeug - Sascha Mock

Ein Zahlkellner, der unsterblich in seine Chefin verliebt ist, die wiederum einem gut situierten Anwalt schöne Augen macht, der seinerseits die attraktive Fabrikantentochter Ottilie liebt... Dazu der schöne Sigismund, das bezaubernd lispelnde Fräulein Klärchen, ein zerstreuter Professor, ein ewig nörgelnder Unternehmer und am Ende gar Kaiser Franz Josef... Und jede Menge Ohrwürmer, von „Es muß was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden“ bis „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür“.

Reiche Situationskomik, spritzige Dialoge und jede Menge Ohrwürmer von „Es muss ein Wunderbares sein ..." über „Was kann der Sigismund dafür ...“ bis „Im weißen Rößl am Wolfgangsee ...“ haben der Operette Kultcharakter verliehen. ...mehr...


Karten:
VVK 13 € / erm. 9 €
AK 15 € / erm. 11 €

Für alle Vorstellungen der Reihe SOMMER THEATER:
Kinder 4 - 10 Jahre
VVK 5 € / AK 6 €
Kinder bis zum vollendeten 3. Lebensjahr kostenfrei.

KRITIKEN / AUSZÜGE

Ach, kann Theater heiter sein. Wieder einmal geht das Ensemble der Neuen Bühne Senftenberg mit Spielfreude und Humor ans Werk. Die jüngste Produktion der Senftenberger Bühne dürfte ein Publikumserfolg werden.
Acht Jahrzehnte hat die Vorlage mittlerweile auf dem Buckel. Doch diese Zeit konnte den Dialogen von Hans Müller und Erik Charell sowie den Liedtexten Robert Gilberts wenig anhaben. Die Geschichte von Josepha Vogelhuber, der resoluten Wirtin im österreichischen Luftkurort St. Wolfgang am Wolfgangsee, und ihren illustren Gästen steckt noch immer voller Witz. In Senftenberg wird sie von Gast-Regisseur Johannes Zametzer und dem Ensemble so leicht und vergnügt erzählt, dass es eine wahre Freude ist.
Ins Rund des 600 Besucher fassenden Amphitheaters hat Ausstattungsleiter Tobias Wartenberg eine farbenfrohe, an Kinderbuchillustrationen erinnernde Berglandschaft gebaut. Rechts und links der Bühne schimmern alpine Gipfel im Glanz der brandenburgischen Abendsonne, mittendrin erhebt sich das „Weiße Rössl“, eine windschiefe Herberge mit hölzernen Biertischen im Kunstrasenvorhof, winzigen Fenstern, grünen Läden und einem wuchtigen Balkon. Dann tutet ein Dampfer und der Tross der Gäste marschiert an: Wilhelm Giesecke, der Trikotagenfabrikant aus der deutschen Hauptstadt, den Wolfgang Schmitz mit beispiellos komischer Ernsthaftigkeit und Berliner Schnauze – „Der Müggelsee is mir lieba“ – gibt, Ottilie, seine Tochter (Hanka Mark mit aufsehenerregender Attitüde und jede Menge Schmuck und Pelz über dem kaum enden wollenden Dekolleté), sein Gegenspieler Rechtsanwalt Otto Siedler (süffisant: Till Demuth), der Privatgelehrte Professor Dr. Hinzelmann und Klärchen, seine Tochter (wunderbar: Roland Kurzweg und Inga Wolff).
Schon da bleibt Zahlkellner Leopold Brandmeyer (Friedrich Rößiger) kaum Zeit, der burschikosen Wirtin (Catharina Struwe) seine Liebe zu gestehen, wenn aber Mirko Warnatz und Inga Wolff als Sigismund und Klärchen ihr rührend-komisches Duett geben, kommt auch er aus dem Staunen nicht heraus. Herzzerreißend, wie Sigismund und Klärchen einander ihre Sympathie und ihre Schwächen – ihren Sprachfehler und seine Glatze – gestehen.
Und zur Musik des von Rainer Böhm mit Pepp geleiteten Orchester weiß man ganz genau: Nicht nur im Salzkammergut, auch in Senftenberg „ka ´mer gut lustig sein“.
Märkische Allgemeine Zeitung, 28.05.2010

 

Der Sigismund hätte auch die ganze Samstagnacht weiter seine Schönheit besingen können, das Publikum im Amphitheater der Neuen Bühne Senftenberg war so aus dem Häuschen, dass es wohl bis zum Morgengrauen Zugaben gefordert, mitgeklatscht und mitgesungen hätte. Eine gelungene Premiere von Ralph Benatzkys Singspiel „Im weißen Rössl“ – am Senftenberger See.
Wunderbar Wolfgang Schmitz mit zilleschem Einschlag.
Herrlich schräg Mirko Warnatz, auch als Koch.
Regisseur Johannes Zametzer scheint jedenfalls keinen Mangel an witzigen Einfällen gehabt zu haben.
Selbst die bemerkenswerte Band spielt mit und gibt in einschlägigen Kostümen Kühe auf der Alm. Dem Publikum bleibt jedenfalls kaum Zeit zum Luftholen – den Akteuren auch nicht.
Eine schauspielerische Glanzleistung gelingt Inga Wolff, die sowohl das etwas frivole Stubenmadl als auch Klärchen, die weltfremde Professorentochter und deren Wandlung spielt.
Auch wenn nicht immer jeder Ton sitzt – schließlich singt hier ein Schauspielensemble – hat die Inszenierung so viel Schmiss und bringen alle so viel Spielwut mit, dass das dem Spaß keinen Abbruch tut.
Eine gelungene Saisoneröffnung im Amphitheater.
Lausitzer Rundschau, 31. Mai 2010

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