Fremd

von Michel Friedman

Dauer75 Minuten

Ein Kind zwischen Ländern, Sprachen, Iden­ti­tä­ten. Seine jüdischen Eltern sind aus dem besetzten Polen entkommen, weil sie auf „Schind­lers Liste“ standen. Früh lernt der Junge, ihnen Mut zu machen, sie zum Lachen zu bringen und im Alltag zu un­ter­stüt­zen. „Kind­heits­be­ruf: Le­bens­über­set­zer.“ Eine gewaltige Aufgabe für ein Kind. Sein Lebensweg führt ihn zurück nach Deutsch­land – immer auf der Suche nach dem eigenen Ich und einem Wir, das nicht ausgrenzt.  

In Elina Finkels In­sze­nie­rung begegnen sich eine Schau­spie­le­rin, eine Pup­pen­spie­le­rin und eine Puppe. Das alte und das junge Kind. In einem Warteraum mit milchigen Fenstern werden Er­in­ne­run­gen wach: ein Ausflug mit der Mutter und das erste Eis, Grenz­kon­trol­len, Zir­kus­be­su­che, später die Ver­lei­hung des Bun­des­ver­dienst­kreu­zes.  

Wie wird man unter solchen Be­din­gun­gen erwachsen und was gibt einem Tag für Tag die Kraft zum Wei­ter­ma­chen? Neben Szenen aus der Kindheit geht es um die Her­aus­for­de­rung, auch in schwie­ri­gen Zeiten nicht auf­zu­ge­ben. Und vom En­ga­ge­ment gegen den Hass, als Kon­se­quenz aus der Ge­schich­te, die Friedmans Familie geprägt hat und bis heute nachwirkt.  

Michel Friedmans bio­gra­fi­scher Text „Fremd“ ist berührend, klug und voll poe­ti­scher Wucht. Er erinnert daran, dass wir in der Fremde alle fremd sind. Und manchmal sogar in uns selbst. Fremdheit als Erfahrung, die wir alle kennen – und die uns verbinden kann. 

 

„Theater, das zu Herzen rührt – und manchen sogar zu Tränen. Und so werden die Monologe zu einem Dialog mit dem Publikum, der nicht tief­trau­rig endet, sondern mit einem nicht enden wollenden Applaus und dem Gefühl: Es gibt eine Brücke vom Ich zum Wir. Einmal mehr ein Ach­tungs­zei­chen für en­ga­gier­tes zeit­ge­nös­si­sches Theater aus Senf­ten­berg unter der Intendanz von Daniel Ris - diesmal getragen von geballter Frau­en­power.“ Lausitzer Rundschau online vom 15.02.2026

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Fassung & Regie
ElinaFinkel
Bühnen- & Kostümbild
Olesia Golovach
Puppenspiel-Coaching
WiebkeAlphei
Anfertigung Puppe
IdaHerrmann
Dramaturgie
RichardPfützenreuter
mit
DanaKoganova
WiebkeAlphei
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