Jürgen Kuttner

Kollateralschlager oder wenn Kassandra das kurze Schwarze trägt
Videoschnipselvortrag

In der Antike waren es die Blinden, bei Shake­speare die Narren, die die Wahrheit verkünden durften. Im Deutsch­land der Nach­kriegs­zeit obliegt dieses Privileg den Schla­ger­stars und Sternchen. Egal, ob West oder Ost – in der Zeit zwischen Wirt­schafts­wun­der und Mauerfall werden die Heroen und Heroinen der Hitparade wider Willen und ohne es selbst zu bemerken, zu Sehern und Seher:innen. Ihre, auf den ersten Blick trivialen Text­bot­schaf­ten, erweisen sich bei genauer Be­trach­tung nicht nur als tief­schür­fen­de Analysen des ge­sell­schaft­li­chen Ist­zu­stands, sondern auch als treffende Vor­her­sa­ge zu­künf­ti­ger po­li­ti­scher Ent­wick­lun­gen.

In seinem Vi­deo­schnip­sel­vor­trag wird Dr. Jürgen Kuttner dies auf das Augen- und Oh­ren­fäl­ligs­te unter Beweis stellen.Ein Muss für alle Schla­ger­fans, Musik-, Medien- und Po­li­tik­wis­sen­schafts­stu­dent:innen, Gender-Studies- und Phi­lo­so­phie-Ba­che­lo­rand:innen.

Über Jürgen Kuttner

Seit seinem ersten Vi­deo­schnip­sel­vor­trag 1996 in der Berliner Volks­büh­ne gastiert Jürgen Kuttner über die Grenzen Berlins und Deutsch­lands hinaus. Im gesamten deutsch­spra­chi­gen Raum sind diese Abende hoch­in­tel­li­gen­ter, in­spi­rie­ren­der und ebenso witziger Ein­sich­ten nicht zu über­bie­ten­de Fern­seh­un­ter­hal­tung und Lehrstück in einem: Dabei kann es ei­ner­seits um Grund­sätz­li­ches gehen, wie Liebe, Sex, Krieg, Kinder, Fußball, Autos, an­de­rer­seits aber auch um so diffizile Probleme, wie das De­mo­kra­ti­sie­rungs­po­ten­ti­al des deutschen Schlagers, die Po­li­tik­taug­lich­keit mit­tel­ame­ri­ka­ni­scher Rausch­kak­te­en oder  die äs­the­ti­schen Irrungen Mick Jaggers. So lehrreich, bizarr oder un­ter­halt­sam diese Schnipsel auch sind, ihre wahre Wirkung entfalten sie erst in der Kom­men­tie­rung durch Kuttner.

Jeder Vi­deo­schnip­sel­abend hat zwei Elemente. Denn er besteht A aus den Videos und B aus Kuttner, dem Mann also, der sie vorab fürs Publikum aussucht, zer­schnip­selt und schließ­lich auf der Bühne prä­sen­tiert. An jedem Abend kommen ungefähr 8 bis 10 Film­aus­schnit­te zur Auf­füh­rung. In der Regel sind diese Einspiele 2-4 Minuten lang. Über 700 absurde Momente in­ter­na­tio­na­ler Film- und Fern­seh­kul­tur flim­mer­ten so bislang über die Rie­sen­lein­wand der Volks­büh­ne. Doch so lehrreich, bizarr oder un­ter­halt­sam diese Schnipsel auch sind, ihre wahre Wirkung entfalten sie erst in der Kom­men­tie­rung durch Kuttner.

„Kuttners One-Man-Show besteht aus zwei Elementen: aus einem his­to­risch-me­di­en­kri­ti­schen Diskurs und aus Fern­seh­aus­schnit­ten. Das hört sich ang­st­ein­flö­ßend an, ist es aber nicht. Kuttners ‚Video-Schnipsel-Vorträge‘ gehören zum Un­ter­halt­sams­ten und Klügsten, was derzeit zu sehen ist.“ 3sat

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