Liebes Marthchen

Uraufführung

Eine Senftenberger Familiengeschichte

Premiere 19. März 2027 an einem externen Ort

Die Schau­spie­le­rin Jördis Wölk begibt sich in dieser In­sze­nie­rung auf die Spuren ihrer Senf­ten­ber­ger Vorfahren. Aus Fa­mi­li­en­ge­schich­ten, Ar­chiv­ma­te­ri­al sowie per­sön­li­chen Briefen ihrer Ur­groß­el­tern Arthur und Martha Wölk entsteht ein sehr per­sön­li­cher Thea­ter­abend. 

Arthur Wölk, geboren 1900, war Berg­ar­bei­ter in Senf­ten­berg und während des Streiks 1923 aktiver Ge­werk­schaf­ter und Teil der Ar­bei­ter­be­we­gung der Stadt. Bereits 1933 wurde er als aktiver Kommunist bei der Ver­tei­lung von Flug­blät­tern fest­ge­nom­men und später im KZ Bu­chen­wald in­ter­niert. Er und seine Familie über­stan­den die Zeit des Fa­schis­mus. 1946 wurde Wölk Bür­ger­meis­ter der Stadt. Eine Plakette an der alten Re­al­schu­le, die zeitweise seinen Namen trug, erinnert noch heute an seine po­li­ti­sche Tätigkeit und seine Ver­fol­gung. 

Urenkelin Jördis Wölk ent­wi­ckelt mit der Re­gis­seu­rin Carolin Millner und dem Musiker Bring­fried Löffler eine Welt aus Schau­spiel, Physical Theatre und Klang. Es ent­spin­nen sich Er­zäh­lun­gen und Episoden aus ver­gan­ge­ner Zeit, in denen zahl reiche Senf­ten­ber­ger Per­sön­lich­kei­ten eine Rolle spielen. Gedanken und Fragen von damals treten in Beziehung zur Gegenwart. Mu­si­ka­lisch spannt der Abend den Bogen vom Volkslied über Berg­ar­bei­ter­lie­der bis zur Zwölf­ton­mu­sik. 

Für das Stück verlässt das Theater seine bekannten Spiel­stät­ten und sucht sich einen Ort in der Stadt. Im Spektrum der Senf­ten­ber­ger 1920er bis 40er Jahre be­leuch­tet der Abend Le­bens­si­tua­tio­nen der Familie und den Kampf für die eigenen Über­zeu­gun­gen – aber auch Momente von Anpassung an ein au­to­ri­tä­res System. Es entsteht ein Abend über Mut und Zweifel, der fragt, woran wir glauben, wofür es sich ein­zu­ste­hen lohnt und wie wir durch schwie­ri­ge po­li­ti­sche Zeiten na­vi­gie­ren können. 

Regie
CarolinMillner
Text
CarolinMillner
JördisWölk
Musik
BringfriedLöffler